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Album Info
Die ehemals geteilte deutsche Hauptstadt Berlin ist in vielerlei Hinsicht besonders. So liefert Berlin - unter anderem durch den jährlichen stattfindenden, bunten Straßenumzug „Karneval der Kulturen“ - ein über Europas Grenzen hinaus bemerkenswertes Beispiel für das Miteinander unterschiedlichster Kulturen. Dies ist unter anderem begründet in dem hohen Anteil türkischer und türkischstämmiger Mitbürger, die sich in Berlin wohl fühlen. Zu diesen Berlinern gehört Defne Şahin. Zum Glück beschränkt sich Defne Şahin auf ihrem Debüt-Album Yaşamak nicht auf das Ausloten zweier aufgrund ihres kulturellen Hintergrundes logisch erscheinender Berührungspunkte. Sondern sie beweist sich vor dem Hintergrund ihrer Heimatstadt als wahrlich multikulturell. Denn wer nun nur ein weiteres Weltmusikprojekt namens „Türkiye meets Deutschland“ befürchtet, sei beruhigt. Die Musik ist ein mehr als angenehmer Mix aus Jazz und Pop, gewürzt mit orientalischen Klängen und Rhythmen und einem Hauch Bossa Nova. Doch die musikalische Annäherung der Kulturen ist nur eine Seite der Medaille. Am Anfang war das Wort. Dies darf so stehen gelassen werden, denn die in Berlin lebende Sängerin mit türkischen Wurzeln hat sich auf diesem Album bei Gedichten eines der bedeutendsten türkischen Lyriker bedient. Obwohl es schwer fällt, Nâzım Hikmet ausschließlich dem türkischen Kulturgut zuzuweisen – schließlich wurde die Türkei in ihrer heutigen Form erst im Jahre 1923, als Hikmet längst erwachsen war, gegründet. Hikmet wurde 1901 oder 1902 im griechischen Thessaloniki geboren, wuchs im syrischen Aleppo und in Diarbarkır auf. Seiner Heimat blieb er zeitlebens verbunden, obwohl er, unter anderem wegen seiner aktiven Mitgliedschaft in der verbotenen kommunistischen Partei, ausgebürgert wurde und deshalb lange Jahre, genauer: bis zu seinem Tod 1963, in Moskau lebte. Der Text zu Yaşamak, dem Titelsong, entspricht der letzten Strophe von Hikmets berühmten Gedicht Davet: „Leben wie ein Baum, einzeln und frei, und brüderlich wie ein Wald. Das ist unsere Sehnsucht.“ Zu hören ist dies aber – wie alle Texte auf der CD - in türkischer Sprache. Und Defne beweist damit, wie wunderschön diese Sprache klingen kann. Ganz besonders mit ihrer starken und doch berührenden Stimme, die die Worte Hikmets in feine Gewänder kleiden, so dass sie – auch denen, die die Sprache nicht verstehen – für alle Hörer als wunderbare Kreationen erkennbar werden. Defne Şahin hat an der Universität der Künste Berlin und an der Escola Superior de Música Barcelona studiert. Sie lernte bei David Friedman, Judy Niemack und Carme Canela. Weitere einflussreiche Begegnungen waren mit Theo Bleckmann, Jay Clayton und Lauren Newton. Während des Studiums erhielt sie ein Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung. Matti Klein studierte ebenfalls in Berlin, am dortigen Jazz Institut. Als Pianist ist er ein gefragter Musiker, an Fender Rhodes ist er bei Mo´Blow (ACT) für den speziellen Sound der Band mitverantwortlich. Am Bass ist Ofer Wetzler für das Fundament verantwortlich, auf dem das musikalische Gebäude ruht. 1983 in Israel geboren, lebt er seit 2006 in Berlin und studiert dort ebenfalls am Jazz Institut. Er spielt in verschiedenen Formationen unterschiedlicher Stilrichtungen – diese Offenheit ist auch auf dieser Aufnahme deutlich zu hören. Lucia Martínez aus Galizien – ebenfalls am Berliner Jazz Institut ausgebildet und auch dort lebend – gehört zu der immer noch seltenen Gattung „weibliche Drummer“. Ihre Feinfühligkeit und stupende Technik hat sie auch schon in ihrer Band „Azulcielo“ bewiesen, auf Yaşamak sorgt sie für traumwandlerische Präzision und rhythmische Phantasie. „Ihre klare Stimme und diese schöne Sprache verzaubern!“ (Julia Hülsmann)gogoyoko recommends:
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- Release Date:
- 01 January 2003
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- Release Date:
- 15 December 2005
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- Release Date:
- 18 November 2011
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- Release Date:
- 01 March 2000
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- Release Date:
- 21 February 2009
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- Label: Double Moon Records
- Genre: Jazz
- Format: Album, MP3, 320 kbps
- Release Date: 11 November 2011
- Hearted: 0 times
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